Brief an die Fröbelschule von Schwester Selvi,
Leiterin des Kinderheimes/Sonderschule Anbagam
in Madurai - Bundesstaat Tamil Nadu - Indien
September 2011
"Dear loving children, parents and teachers of Fröbelschule, Ludwigsburg,
Greetings and good wishes to you and your dear ones.
I’m pleased to write this letter to you on behalf of the children
and the management of Anbagam-....."
Hier die sinngemäße Übersetzung:
Liebe Kinder, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer der Fröbelschule Ludwigsburg,
ich freue mich Ihnen diesen Brief in Stellvertretung der Kinder und der Verwaltung von Anbagam schreiben zu können. Ich hoffe Ihnen allen geht es gut. Zuerst möchte ich mich für Ihre Spende bedanken, die 89.820 Indische Rupies betragen hat [Anm: Es wurden 1400 Euro überwiesen].
Anbagam ist sehr glücklich Sie als unsere Freunde bezeichnen zu dürfen. Wir kauften von dem Geld einen Kopierer und einen Computer für die Kinder. Die Kinder nützen den Computer zum Zeichnen, und für mathematische Übungen. Sie freuen sich auch, verschiedene Spiele darauf spielen zu dürfen. […]
[Schwester Selvi berichtet hier nochmals von der Entstehungsgeschichte Anbagams, die Sie auch auf unseren Seiten hier nachlesen können]
Die Schwestern von St. Anne von Tiruchirapalli widmen sich besonders den Kindern, die von der Gesellschaft vernachlässigt und ignoriert werden. Anbagam sorgt für behinderte Kinder, indem es spezielle Therapien anbietet, die den geistigen und physischen Fähigkeiten der Kinder angemessen sind. Sie dienen der Entwicklung und Rehabilitation der Fähigkeiten der Kinder.
Zu Anbagam gehören: ein Frühförderzentrum, eine Sonderschule, eine beschützende Werkstatt und das Kinderheim. Außerdem gibt es im Umkreis von 2 km noch zwei Rehabilitationszentren für Kinder.
Im Frühförderzentrum werden Kinder bis 6 Jahren gefördert. Sie erhalten dort Physiotherapie, Sprachtherapie, Spieltherapie, Ergotherapie und Yoga durch speziell ausgebildete Lehrerinnen in Zusammenarbeit mit den Eltern. Gegenwärtig werden dort 25 Kinder durch einen Physiotherapeuten, 5 Sonderschullehrer und 4 Helfer betreut. Die Eltern werden zur Förderung angeleitet.
In der Sonderschule werden förderbedürftige Kinder zwischen 6 und 14 Jahren in speziellen Klassen entsprechend ihren intellektuellen Fähigkeiten eingeteilt und in verschiedenen Bereichen gefördert.
Das reicht von Fähigkeiten, die im Alltag gebraucht werden, wie Toilettengang, Hygiene, Essenstraining usw. bis zu schulischen Fähigkeiten, wie Lesen, Schreiben, Zählen, Malen, Umgang mit Zeit, Geld usw. Ebenso stehen Sport und Spiel sowie außerschulische Aktivitäten auf dem Programm.
Außerschulische Aktivitäten sind z.B. Singen, Tanzen, Theater spielen, Tonen - aber auch Schwimmen, Radfahren und Roller fahren.
Derzeit hat die Schule 155 Schüler (92 Jungen und 63 Mädchen). Sie werden durch 12 Sonderschullehrer und 8 Helfer unterrichtet und betreut.
In der beschützenden Werkstatt wird gedruckt, Bücher gebunden, Seife hergestellt, genäht, geflochten usw. Sechs Betreuer leiten dort derzeit 40 behinderte Jugendliche und Erwachsene an. Von den 169 Schülern der Sonderschule und der Werkstatt sind 124 Jungen und 45 Mädchen. 24 von ihnen sind Vollwaisen. Um sie kümmern sich Schwestern und 10 Helfer.
Zwei Außenstellen von Anbagam auf den Dörfern sollen die dort lebenden Menschen über die Bedürfnisse von behinderten Kindern aufklären und auf die Notwendigkeit der Förderung von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen.
Seit dem Bestehen von Anbagam wurden in den vergangenen 41 Jahren 2000 Menschen mit Behinderungen dort so gefördert, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können. 100 Kinder und deren Eltern wurden in den vergangenen 4 Jahren im Frühförderzentrum gefördert, angeleitet und begleitet.
Anbagam erhielt zahlreiche Preise für diese Arbeit. Aber auch die Schüler selbst gewannen auch im Sport schon etliche Preise. Bei den Special Olympics des Bundesstaates Tamil Nadu beispielsweise gewannen unsere Schüler 20 Gold-, 10 Silber- und 3 Bronzemedaillen. 2010 wurde sogar eine Schülerin ausgewählt an den Paralympics in Athen teilzunehmen. Sie gewann eine Bronzemedaille beim Staffellauf über 400 Meter. Wir sind sehr stolz auf unsere Kinder.
„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Jesus)
Liebe Schülerinnen und Schüler der Fröbelschule!
Obwohl Ihr noch so jung seid, habt Ihr so ein großzügiges Herz, diesen vernachlässigten und verstoßenen Kindern zu helfen.
Liebe Eltern und liebe Lehrerinnen und Lehrer!
Sie säen den Samen der Hilfsbereitschaft in Ihre Kinder.
Seien Sie also alle gesegnet. Wir beten für Sie alle und für Ihre Familien.
Hallo Kinder, lernt gut und euch auch alles Gute !
Erneut bedanken wir uns für Alles. Ich hoffe mein langer Brief hat Ihnen gefallen.
Möge der himmlische Vater Sie alle segnen.
Ganz herzlich,
Ihre Schwester Selvi und die Kinder von Anbagam, Indien
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